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Informationen

Skeletterkrankungen


Hüftgelenksdysplasie – HD
Betroffen sind davon mittelgroße bis große Hunde, wobei sowohl Rassehunde als auch Mischlinge daran erkranken können.
Die HD ist größtenteils erblich bedingt, andere Faktoren, wie zb. falsche Ernährung oder Überbelastung, können jedoch zur Auslösung oder Verschlechterung des Krankheitsbildes beitragen.
HD bedeutet eine Fehlbildung eines oder beider Hüftgelenke. Hierbei gibt es verschiedene Schwere- und Ausprägungsgrade. Bedingt durch diese Fehlbildungen kommt es zur Reibung im Gelenk, welche die Abnutzung dieser zur Folge hat. Der Körper möchte diese Mängel beheben und bildet zuerst Knorpel, dann Knochen nach, welche als Arthrosen jedoch das Gelenk in seiner Funktion behindern.

Obwohl erblich bedingt, spielen die Umwelteinflüsse eine erhebliche Rolle. Daher ist es besonders wichtig darauf zu achten den Labrador möglichst langsam und nicht überfettet groß werden zu lassen. Das richtige Futter ist dabei sehr entscheidend. Es sollte weder zu energie- noch eiweißreich sein noch zu viel an Vitaminen und Spurenelementen enthalten. Eine gute Muskulatur an Kruppe und Oberschenkel ist zur Stabilisierung der Hüften empfehlenswert. Körperliche Überbelastung, wie z.B. lange Radtouren, zu ausgeprägtes Training oder zu lange Spaziergänge mit dem Welpen, müssen ebenfalls vermieden werden. Natürlich soll der Welpe/Junghund sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen haben, der Besitzer muss sich jedoch seiner Verantwortung bewusst sein und nötigen Falls den Hund aus der Situation nehmen, wenn es zu wild wird der Hund müde ist. Als Faustregel für Spaziergänge gilt: 5 Minuten pro Lebensmonat. Allzu ausgedehntes Treppensteigen sollte eher vermieden werden, jedoch ist es unbedingt ratsam bereits dem Welpen ein angemessenes Besteigen der Stufen (an der Leine/unter Aufsicht) zu zeigen. Fahrradfahren mit dem Hund sollte man erst ab einem Alter von 12 Monaten beginnen und auch dann langsam aufbauen.

Folgende Einteilung der HD-Grade gibt es:   
HD-A: normales Hüftgelenk, keine HD zuchttauglich
HD-B: Grenzfall, Übergangsform zuchttauglich
HD-C: leichtgradige HD von der Zucht ausgeschlossen
HD-D: mittelgradige HD von der Zucht ausgeschlossen
HD-E: hochgradige HD von der Zucht ausgeschlossen

Ellbogendysplasie (ED)

Die Ellenbogendysplasie kann wie die Hüftgelenksdysplasie vererbt werden, aber eben auch in Folge eines Traumas, dass heißt durch einen Unfall oder Überbelastung, entstehen. Prinzipiell kann ED bei allen Hunderassen (und Mischlingen) auftreten, betroffen sind vor allem große Rassen wie der Berner Sennenhund, Deutscher Schäfer, Retriever usw.. Wie bei der HD sind sowohl die Gene der Eltern als auch die Aufzucht und die Haltung des Hundes entscheidend. In Wahrheit bedeutet dies also, dass ED von den Elterntieren ausgeschlossen werden kann, nicht jedoch, dass der Welpe diese nicht erwerben könnte. Dies hat zur Folge, dass nur durch gezielte Zucht, die erbliche ED ausgeschlossen werden kann und im Welpen- und Junghundealter entsprechend darauf geachtet werden muss, dass der Hund nicht überbelastet wird. Außerdem ist das richtige Gewicht (die Rippen des Welpens sollten immer gut tastbar sein) ein weiterer Faktor, der in diesem Zusammenhang beachtet werden muss. Dazu gehört natürlich hochwertiges Futter, aber auch vernünftige, altersentsprechende Bewegung. Erste klinische Symptome zeigen sich vor allem im Alter von 5 bis 9 Monaten, welche durch das schnelle Knochenwachstum bedingt sind.

Folgende Einteilung der ED-Grade gibt es:
ED-0: frei, zuchttauglich
ED-GF: Grenzfall, zuchttauglich
ED-1: leicht, zuchttauglich, darf aber nur mit ED-0 Hunden verpaart werden
ED-2: mittel, von der Zucht ausgeschlossen
ED-3: schwer, von der Zucht ausgeschlossen

Osteochondrosis dissecans (OCD)

Übersetzt bedeutet diese so viel wie Knochen-Knorpel-Erkrankungen und bedeutet eine Erkrankung am Bewegungsapparat.
Vor allem bei jungen Hunde im Alter zwischen 4 und 12 Monaten führt OCD zu Lahmheit. Oft sind es Hunde, die sehr schnell wachsen und eher schwer im Vergleich mit Altersgenossen sind. Die Krankheit tritt außerdem öfter bei Rüden als bei Hündinnen auf und betrifft vor allem große Hunderassen (und deren Mischlinge), die mehr als 25 kg im erwachsenen Alter erreichen.

Um die Entstehung von OCD zu verstehen, muss man zuerst wissen, wie ein Knochen wächst. Der Knochen wächst beim Jungtier sowohl in den Wachstumsfugen, als auch im Bereich der Gelenksflächen. In den Wachstumsfugen und an den Gelenksflächen entstehen Knorpelzellen durch Zellteilung. Diese werden im Verlauf der Entwicklung in Knochenzellen umgewandelt.

OCD im Bereich der Gelenksflächen entsteht so, dass sich die Knorpelzellen sehr schnell teilen und der Verknöcherungsvorgang zu langsam fortschreitet. Der Gelenksknorpel wird dadurch sehr dick. Weil Knorpel keine Blutgefässe enthält, wird er von der Gelenksschmiere her mit Nährstoffen versorgt. Bei einem sehr dicken Gelenksknorpel werden die Knorpelzellen, welche am weitesten vom Gelenk entfernt liegen ungenügend mit Nährstoffen versorgt. Sie sterben ab. Der Gelenksknorpel ist dadurch nicht mehr fest mit dem darunterliegenden Knochen verbunden und löst sich vom Knochen ab. Zusätzlich entstehen Risse im Gelenksknorpel, durch welche Gelenksschmiere zwischen Knorpel und Knochen eindringen kann. Der Gelenksknorpel wird dadurch abgelöst. Die abgelöste Knorpelscheibe kann entweder am Ort bleiben, oder auch im Gelenk "wandern". In jedem Fall werden Abbauprodukte der abgestorbenen Knorpelzellen freigesetzt und führen zu einer Entzündung mit Schmerzen im betroffenen Gelenk. Erst jetzt tritt eine Lahmheit auf. Wenn die Ursache der Erkrankung nicht behandelt wird, bleibt die Entzündung bestehen und wird chronisch. In der Folge entwickelt sich eine Arthrose, das heisst eine degenerative Gelenkserkrankung. Es kommt zu knöchernen Zubildungen in und ums Gelenk. Diese Veränderungen sind nicht mehr rückgängig zu machen, und es entsteht ein bleibender Schaden am Gelenk.

OCD im Bereich der Wachstumsfugen ist die andere Entwicklungsstörung im Rahmen des OCD Komplexes, die zu Problemen am Bewegungsapparat führen kann. Wie oben beschrieben, kann die Verknöcherung von Knorpelzellen auch in den Wachstumsfugen verzögert sein. Dies führt dazu, dass Knochen unterschiedlich schnell wachsen. Folge davon sind Entwicklungsstörungen von Gelenken, an denen die unterschiedlich wachsenden Knochen beteiligt sind. Es kommt zu ungleichmäßiger Belastung der Gelenke, zu einer Entzündung und als Folge davon zu Arthrose, das heißt zu Veränderungen im Gelenk, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Es können auch Wachstumsfugen von Knochenfortsätzen betroffen sein, die an der Bildung von Gelenken beteiligt sind. Diese Knochenfortsätze können am Knochen abbrechen und das Gelenk schädigen. Dies ist vor allem ein Problem im Ellenbogen. Man ordnet diese Erkrankung der Ellenbogendysplasie zu.

OCD bedeutet für den Hund große Schmerzen und geht natürlich auch an die finanzielle Substanz des Besitzers. Deswegen ist es umso wichtiger vorbeugend dagegen vorzugehen, in erster Linie betrifft das die Züchter bei der Auswahl der Zuchtpartner. Die Früherkennung einer möglichen Erkrankung ist aber ebenfalls ein wichtiger Punkt, da man hier dem Hund mit der richtigen Therapie durchaus auch ohne Operation helfen kann.

Wie bereits bei der HD und ED erwähnt, spielen auch hier fehlerhafte Ernährung und übermäßige Belastung des Hundes in das Risiko einer Erkrankung. Also noch einmal, qualitativ hochwertiges Futter und die richtig dosierte Belastung des Hundes sind unabdingbar für ein gesundes Heranwachsen des Welpen. Bis zum Alter von einem Jahr sollten Radtouren, große Wanderungen, zu wildes Spielen mit Artgenossen und übermäßiges (vor allem hektisches/falsches) Treppensteigen dem Hund nicht zugemutet werden.

 
 
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